3 Leidenschaft


Leidenschaft

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Lei|den|schaft ['lai̮dn̩ʃaft], die; -, -en:
1. starke Neigung, Vorliebe, hingebungsvoller Eifer:
Reiten war ihre Leidenschaft; er war Sammler aus Leidenschaft; mit wahrer Leidenschaft Schach spielen.
Syn.: Begeisterung, Enthusiasmus, Inbrunst (geh.).
Zus.: Jagdleidenschaft, Sammelleidenschaft, Theaterleidenschaft.
2. sich in heftigem, kaum zu beherrschendem, von innerer Spannung erfülltem Verlangen äußernder Gemütszustand:
eine blinde Leidenschaft erfasste ihn; von einer wilden, stürmischen Leidenschaft für jmdn. ergriffen werden.

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Lei|den|schaft 〈f. 20
1. durch Vernunft nicht bezähmbarer Gefühlsdrang
2. heftige Zuneigung, starke Begierde
3. Begeisterung (Spiel\Leidenschaft)
● Feuer der \Leidenschaft 〈fig.〉; einer \Leidenschaft frönen; ihn erfasste eine heftige, starke, glühende \Leidenschaft zu ihr; seine \Leidenschaft für sie; \Leidenschaft fürs Autofahren, Skilaufen, für die Musik

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Lei|den|schaft , die; -, -en [für frz. passion, Passion]:
1. sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äußernder Gemütszustand (aus dem heraus etw. erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird):
eine dämonische, schöpferische, blinde L.;
die L. beherrscht jmdn., reißt jmdn. fort, erfasst jmdn;
er ist der Spielball seiner -en;
er hat sich mit L. (mit großem Engagement) für die Sache eingesetzt, gegen die Ungerechtigkeit gekämpft.
2. große Begeisterung, ausgeprägte [auf Genuss ausgerichtete] Neigung, Passion für etw., was man sich immer wieder zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet:
Reiten ist bei ihm eine L.;
Autos sind seine L.;
seine L. für etw. entdecken;
seiner L. frönen;
der L. des Glücksspiels verfallen sein;
ein Sammler aus L.;
er betreibt sein Hobby mit wahrer L.;
sie war von einer L. zum Theater besessen.
3. <o. Pl.> sich in starkem Gefühl, in heftigem, ungestümem Besitzverlangen äußernde Zuneigung zu einem Menschen:
eine wilde, große, stürmische, unselige L.;
von einer heftigen L. für jmdn. erfasst, ergriffen werden.

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I
Leidenschaft,
 
sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äußernder Gemütszustand, aus dem heraus etwas erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird.
II
Leidenschaft,
 
Passion für etwas, was man sich immer wieder zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet.
III
Leidenschaft,
 
sich in starkem Gefühl, in heftigem, ungestümen Besitzverlangen äußernde Zuneigung zu einem Menschen.
IV
Leidenschaft,
 
Passion, anhaltender, starker Antrieb, der das Fühlen, Wollen und Handeln eines Menschen unabhängig von oder gegen die Einsicht der Vernunft bestimmt, aber auch als intensives, die gesamte Persönlichkeit beeinflussendes Engagement bei der Verfolgung rationaler Ziele bestehen kann. - In der Philosophiegeschichte häufig synonym zu den Affekten verwendet, werden die Leidenschaften v. a. unter ethischen Gesichtspunkten erörtert. Als Ziel menschlichen Handelns gilt die Bestimmung durch Vernunft und ethische Einsicht. Leidenschaftlichkeit wird als vernunftwidriger Zustand abgelehnt (z. B. bei Platon, in der Stoa), eine positivere Wertung erfahren die Leidenschaften seit der Zeit der Aufklärung (z. B. bei J.-J. Rousseau, im Sturm und Drang). Seit I. Kant wird meist zwischen Leidenschaft und Affekt unterschieden.

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Lei|den|schaft, die; -, -en [für frz. passion, ↑Passion]: 1. sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äußernder Gemütszustand (aus dem heraus etw. erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird): eine dämonische, schöpferische, blinde L.; die L. beherrscht jmdn., reißt jmdn. fort, erfasst jmdn.; die -en der Menge aufrühren, entfesseln; er ist der Spielball seiner -en; ein Mensch frei von -en (ein Mensch von nüchterner Besonnenheit); er hat sich mit L. (mit großem Engagement) für die Sache eingesetzt, gegen die Ungerechtigkeit gekämpft; Sie wurde seine Helferin und widmete sich dieser Aufgabe ... mit L., wenn nicht mit Besessenheit (Reich-Ranicki, Th. Mann 188). 2. große Begeisterung, ausgeprägte [auf Genuss ausgerichtete] Neigung, Passion für etw., was man sich immer wieder zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet: Reiten ist bei ihm eine L.; Autos sind seine L.; seine L. für etw. entdecken; Oder sie spielen. Else hat eine L. für ... Domino (Frischmuth, Herrin 78); seiner L. frönen; der L. des Glücksspiels verfallen sein; er ist Sammler aus L.; er betreibt sein Hobby mit wahrer L.; sie war von einer L. zum Theater besessen. 3. <o. Pl.> sich in starkem Gefühl, in heftigem, ungestümem Besitzverlangen äußernde Zuneigung zu einem Menschen: eine wilde, große, stürmische, unselige L.; von einer heftigen L. für jmdn. erfasst, ergriffen werden; warum hatte er ... die Neigung des Mädchens erst bemerkt, als er selbst von L. geschüttelt war? (Edschmid, Liebesengel 185).

Universal-Lexikon. 2012.

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